Wir haben lange überlegt, ob und wohin wir dieses Jahr reisen. Im Mai mussten wir wegen dem doofen Virus schon unseren großen Roadtrip durch die USA absagen. Ein paar Hotels und der Mietwagen waren in den USA schon gebucht. Auch das Hilton für die 3 letzten Nächte in New York war gebucht. Aus den USA haben wir alle geleisteten Zahlungen zurück bekommen. Nur von der Lufthansa noch nichts. In den Medien wird einen immer erzählt, das man auf deutschen Seiten buchen soll, weil man da eine bessere Rechtslage hat. Einen Scheiß hat man. Die einzige Sicherheit die man hat, ist, dass man keine Rechte hat. Als Deutscher Kunde in Deutschland hat man die A-Karte.
Update 22.07.2020 Lufthansa hat nach 12 Wochen alles zurück gezahlt.
Jetzt aber genug gemeckert.
Wir haben uns entschieden im Juli eine Woche Urlaub zu nehmen. Meistens ist das Wetter ja schön im Juli. Leider sollte das in unserer Urlaubswoche anders sein. Der ursprüngliche Plan war es, in Deutschland ein paar schöne Orte aufzusuchen. Die Gegenden um Dresden und München war unser Ziel. Die Wetterprognose war aber für uns miserabel. 20 Grad sind für uns Tropenfans wie Winter. So kamen wir auf die Idee zum Gardasee zu fahren. Gardasee, ist das nicht in Norditalien wo der doofe Virus richtig gewütet hatte? Kurz informiert, jetzt wieder alles im grünen Bereich. Nichts spricht dagegen. Auf Booking.com auch schnell ein schönes Hotel gefunden und gebucht.
11.07.2020
Schon komisch mal nicht zum Flughafen zu fahren. Wir haben uns um 6 Uhr ins Auto gesetzt und laut Wetterbericht sollte es fast die ganze Zeit unserer Fahrt durch Österreich bis hin zum Gardasee regnen. Dies stimmte auch. Auch in Malcesine angekommen regnete es. Irgendwas will uns dieses Jahr vom Reisen abhalten. Wir mögen das Update zur neuen Matrix nicht. Jedenfalls waren wir um 15 Uhr nach einem langen Stau kurz vor der Autobahnabfahrt hungrig im Hotel Casa Serena angekommen. Beim Check In im wurde zuerst Fieber gemessen. Im gesamten Hotel, ausser im eigenen Zimmer besteht Maskenpflicht. Das Zimmer ist nicht sehr groß, aber sauber mit bequemen Betten. Vom Balkon hat man einen schönen Blick über den See.
Wir sind dann gleich was essen gegangen. Im leichten Regen los gegangen und ein Restaurant mit Seaview gefunden. Kaum da, wurde der Regen richtig stark. Egal, Sandwich, Bier und Aussicht. Und nach einer Stunde war die Sonne auch da. Wunderbar.







12.07.2020
Das Frühstück gibt es erst um 8 Uhr, was für uns als Frühaufsteher viel zu spät ist. Auch das Frühstück unterliegt wegen dem doofen Virus gewisse Regularien. Diese zu verstehen viel uns schwer. Es gab ein Buffet. Dieses durfte nur ein mal mit Gesichtsmaske besucht werden. Das hieß, einmal Kaffee und Essen holen. Wenn man erstmal am Tisch saß, durfte man nicht mehr zum Buffet. Wenn man noch etwas essen oder trinken wollte, musste man jemanden vom Personal darum bitten, der es dann brachte.


Auch in den meisten Restaurants wird auf Einhaltung der Abstände geachtet. Wenn jemand vom Nachbartisch zu nahe an einen anderen Tisch sitzt, wird diese Person gebeten, seinen Stuhl so hinzustellen, das der richtige Abstand eingehalten wird.
Die Innenstadt von Malcesine ist absolut sehenswert. Enge kleine Gässchen, Biergarten und schnucklige gemütliche Restaurants.






13.07.2020
Heute wollen wir eine Tour rund um den See machen. Auf Google Maps als erstes Ziel Sirmione eingegeben. Dies ist das südliche Ende des Sees. Wir befinden uns circa im oberen Drittel. 1 h 20 min zeigte das Navi an. Das für knapp 60 km. Wir haben mit einem kurzen Einkaufsstopp 2 Stunden benötigt. Schneller als 50 km/h fährt man die Strecke nicht. Meistens noch langsamer. Und je weiter man nach Süden kommt, je voller werden die Straßen. Sirmione ist eine schmale langgestreckte Halbinsel an deren Ende sich eine sehenswerte Altstadt befindet. Leider völlig überlaufen.
Am Eingang wurden wir aufgefordert die Masken anzulegen. In der Stadt wurde auch kontrolliert, ob man diese ständig trug.






Anschließend ging es am Ostufer, der anderen Seite des Sees wieder in die Berge. Im Süden ist es zwar wärmer und sonniger aber nicht so schön. Im Norden ist die Kulisse mit den Bergen einfach schöner. Der erste Teil des Weges war langweilig und nervig. Alle 500 Meter ein Kreisverkehr. Das Navi hat nur Geschwätzt. Habe die Tante dann stumm geschalten. Nach circa einer Stunde ging es dann in die Berge. Leider gibt es keine Bilder von der Straße. Wir waren zu viel damit beschäftigt rechts nicht an den Felsen zu schrammen und links nicht den Gegenverkehr in den Abgrund zu rammen. Aber der Weg zur Schauderterasse hat sich gelohnt.




Die Weiterfahrt nach Limone war dann nicht mehr so so tricky. Die Strecke war meistens gut zu fahren und es gab auch Haltebuchten um die Aussicht genießen zu können.


An jeden Ort konnten wir nicht halten. Und nach Limone wollen wir am nächsten Tag mit dem Boot. So sind wir direkt ans Nordufer nach Riva del Garda gefahren.



Nach einer Stunde und einem Eis in der kleinen sehenswerten Altstadt haben wir uns auf den Rückweg gemacht. Knapp 9 Stunden hat die Tour insgesamt gedauert und rund 180 Kilometer sind wir gefahren. Man kann sagen, dass das kein kleiner See ist.
14.07.2020
Die neue Matrix ist voll verbuggt. Der größte Bug unsere Meinung nach ist der große Unterschied zwischen vorhergesagten und wirklich animierten Wetter. Laut Wettervorhersage des letzten Wochenendes sollte in diese Woche hier nur die Sonne scheinen. Wir haben heute aber einen bewölkten Himmel. Wir hoffen, mit dem nächsten Update wird der Fehler behoben. Und der doofe Virus kann dabei auch gleich entfernt werden.
Heute ist Dienstag und Markttag in Limone. Das Boot, das einem für 9 € nach Limone hin- und zurück bringt kostet heute auch nur 7 €. Das lassen wir uns nicht entgehen. Die Fahrt über den See dauert circa 20 Minuten und war morgens um 10 Uhr recht frisch.



Das kleine Städtchen gefällt uns optisch auch sehr gut hat aber einen großen Nachteil. Durch die Lage hat man ab den späten Nachmittag keine Sonne mehr. Dadurch ist es leicht kühler. An wirklich heißen Sommertagen kann das ein Vorteil sein, so heiß ist es zur Zeit aber nicht. Es macht aber Spaß durch die engen Gassen zu bummeln und an einen von den vielen kleinen Kaffees und Bars was zu trinken und das Treiben zu beobachten.




15.07.2020
Laut Google Maps sind wir nur 180 km von Venedig entfernt. Also los. Ist eh gerade die beste Zeit für Venedig, da nichteuropäische Menschen und Menschen von Kreuzfahrtschiffen gerade nicht in Venedig sind. Und diese stellen unter den Touristen die absolute Mehrheit. So sind wir morgens um 7 Uhr nach Mestre gefahren. Die Stadt liegt vor Venedig. Dort am Bahnhof das Auto geparkt, ein Zugticket gekauft und wenige Minuten später waren wir in Venedig. Die Züge fahren alle paar Minuten für 1,35€. Der Bahnhof in Venedig liegt direkt am Canal Grande. Der Standardtourist nimmt die Linie 1 des Wasserbusses (Vaporetto) für 7,50€ und fährt bis zum Markusplatz. So haben wir das auch gemacht.




Obwohl nicht viele Touristen da sein sollen, finden wir es schon recht voll auf den Marktplatz. Obwohl auf dem Foto unten es recht menschenleer aussieht. Um den Highlights drängen sich aber die Menschen. Da halten wir uns aber, auch wegen der Ansteckungsgefahr, fern. Es ist zwar hier auf dem Markusplatz alles recht nett anzusehen aber wir mögen was anderes. Nur um dss zu sehen muss man nicht weite Strecken fahren oder fliegen. Wenn man so wie wir in der Nähe ist, kann man das mitnehmen und von seiner To Do Liste streichen.

Wir sind lieber durch die kleinen Gassen geschlendert. Fanden wir viel interessanter. So sind wir auch zu Fuß quer durch Venedig zurück zum Bahnhof gegangen und haben eine Stadt entdeckt, die wir gerne für 2-3 Tage erkundet hätten. Wenn man die Gassen rund um den Markusplatz mit den Boutiquen hinter sich lässt, sieht man eine ganz andere Stadt. Der Fischmarkt, kleine urige Bars und das reale Leben der Stadtbewohner.




Ich weiß nicht ob die malende Frau auf dem Foto sehr viel Fantasie hat oder was cooles geraucht hat. Jedenfalls malt sie was vollkommen anders als das was vor ihr ist.



Gegen 17.30 Uhr waren wir wieder am Gardasee. Die Fahrt war schon leicht anstrengend. Die Fahrweise der Italiener ist voll chaotisch. Fast wie in Asien. Das ständige Spurwechseln und dichte Auffahren nervt. Dabei kommt man aber auch nicht schneller vorwärts. Es fahren eh alle maximal 130 km/h. Die Autobahnmaut hat pro Strecke 10,70€ und das Parkhaus in Mestre 12€ gekostet. Ob die Horrorgeschichten, von den extrem hohen Preisen für Essen und Trinken in Venedig wahr sind, können wir nicht sagen. Da wo wir was gegessen haben war es entweder gleich teuer oder sogar günstiger als wir vom Gardasee kennen. Insgesamt sind wir bedeutend günstiger gekommen wie gedacht. Im nachhinein hätten wir gerne die Stadt auf unseren Rückweg eingebaut um mindestens eine Nacht da bleiben zu können.
16.07.2020
Für heute habe ich mir genauso das Gegenteil zu Gestern vorgenommen. Anstatt auf Meereshöhe zu sein, bin ich circa 2.000 Meter nach oben gegangen. Von unserem Hotel aus gucken wir auf den Monte Baldo. Dort will ich hoch. Zum Glück fährt eine Seilbahn da hoch. Vom Hotel aus mit einem prüfenden Blick gecheckt ob der Berg wolkenverhangen ist. Negativ, also Online mir gleich ein Ticket gekauft und die 1,5 Kilometer zur Gondelstation gegangen und eine halbe Stunde später, kurz nach 11 Uhr stand ich oben. Auch bei der Seilbahn müssen die heutzutage gängigen Coronaregeln eingehalten werden. Obwohl in der Gondel nur halb so viele Leute mitgenommen werden wie früher ist es doch ziemlich eng. Hoffentlich halten die Masken was sie versprechen.

Mehrere Wanderwege führen auf und um den Berg. Wer länger Wandern will, sollte passendes Schuhwerk haben. Die Wege sind voller Geröll. Aber der Ausblick oben und die schöne Naturkulisse machen eine Erkundung des Monte Baldo empfehlenswert.







Die 2.000 Meter Höhe merkt man schon. Beim gehen wird die Luft knapp und später zogen auch Wolken auf, die einen die Sicht versperrten. So ging es nach 2 Stunden mit der Gondel wieder runter vom Berg.


Leider war das unser letzter Tag in Malcesine. Wir hatten überlegt noch 2 Tage zu verlängern. Der Wetterbericht sagt aber, das wir nach Hause fahren sollten. Es ist ein wunderschöner Ort um ein paar Tage abzuschalten. Wir werden bestimmt wieder kommen. Eine Sache hier werden wir aber nicht vermissen. Das Essen. Nicht falsch verstehen, das Essen in den meisten Restaurants ist gut bis sehr gut. Wir hatten kein negatives Erlebnis. Aber immer nur Weißbrot, Pizza und Pasta. Fisch und Fleisch gab es zwar auch aber immer nur in homöopathischen Mengen. Selbst Salat war zu wenig. Zuhause gibt es erst einmal einen großen Salat und ein Steak vom Grill, ohne Sättigungsbeilage!!!



Alles in allem kann man sagen, das an den Orten an denen wir waren, ähnliche Coronaregeln galten wie in Deutschland. Es waren wenige Touristen vor Ort so das ein Abstand zu anderen Menschen eingehalten werden konnte. Wir fanden es war die richtige Entscheidung zum Gardasee zu fahren, da manche Orte in Deutschland viel voller waren. Dies war aber nur eine Momentaufnahme und konnte nach unserer Abfahrt komplett anders sein.
Wir lesen uns wieder
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