2020 Kos

Ein Vorwort zur aktuellen Situation: In den Medien wird vor Reisen gewarnt und die bösen Reiserückkehrer verbreiten in ganz Europa das Virus. Das mag in Teilen ja richtig sein aber man darf es nicht pauschalisieren. Es kommt nicht darauf an wo man ist, sondern wie man sich persönlich verhält. Das dieses doofe Virus sich aktuell in Deutschland so verbreitet, liegt an dem verhalten der Menschen in Deutschland. Wer sich verantwortungsvoll verhält wird sich wahrscheinlich nicht anstecken. Egal ob man an seinen Wohnort ist oder im Urlaub. Ein Restrisiko, das man nicht beeinflussen, kann bleibt aber immer.

01. Oktober

Wir haben 2 Wochen Urlaub und wollten eigentlich was ganz verrücktes machen. Einen Roadtrip durch Deutschland. Hauptsächlich den Norden wollten wir erkunden. Ein Blick in die Wetterkarte sagte uns aber, das wir das nicht tun sollten. Auch die Coronazahlen gingen überall hoch. Sollten wir die 2 Wochen nur zu Hause bleiben? Die griechischen Inseln sollen fast Coronafrei sein und sind kein Risikogebiet. Also unsere Bekannte vom Reiseladen Heilbronn angerufen und kurzfristig einen Pauschalurlaub auf die griechische koronafreie Insel Kos gebucht. Danke Kornelia für die schnelle Hilfe. Aber wir und Pauschal? Harte Zeiten erwarten auch harte Entscheidungen. Und etwas Sonne und Wärme tanken kann ja auch nicht schaden. Vorher müssen wir aber noch Bekky‘s Geburtstag im Frankfurter Hilton feiern, bevor der Flieger von Tui Fly am 5. Oktober vom Münchener Flughafen abhebt.

4. Oktober

Die Nacht vor dem Abflug haben wir im Hilton am Airport München verbracht. Von der Zeit her hätten wir morgens von zu Hause losfahren können. Der Flieger geht erst 14.30 Uhr. So sind wir aber einen Tag vorher Mittags von zu Hause los gefahren. Ich habe noch einen Stellplatz im Parkhaus 5, direkt am Terminal gebucht. Dort angekommen stand an der Einfahrt, das dass Parkhaus belegt sei. Wir trotzdem reingefahren und siehe da genug frei. Vom Parkplatz aus ging es mit einmal verlaufen direkt zum Hotel. Wir wollten das Hilton am Münchener Flughafen mal testen. Das in Frankfurt gefällt uns sehr gut. Hätten wir uns aber sparen können. Es war das schlechteste Hilton in dem wir je waren. Der Empfang war kurz und ohne Erklärungen. Die Zimmer einfach. Hätte irgend ein Low Budget Hotel sein können. Aber der Biergarten und das Brauhaus am Flughafen hatten geöffnet. So konnte der Urlaub schon einen Tag vorher beginnen.

05. Oktober

Für den Flieger haben wir uns Sitzplätze am Notausgang reserviert. Den QR Code für die Einreise nach Griechenland kam auch über Nacht. Ich habe uns beide auf einen QR-Code geschrieben. Von anderen Seiten haben wir gehört, das jeder sein eigenen hat. Laut Auswärtigen Amt aber reich ein QR-Code pro Familie. Wir haben auch einen Online Check In gemacht. Um 12 Uhr haben wir das Zimmer verlassen und sind zum Flughafen gegangen. Vor dem Tui Fly Schalter eine lange Schlange. Wir noch frohen Mutes an der Schlange vorbei gegangen um unser Gepäck am Automaten aufzugeben. „Automat außer Betrieb“ die Erklärung kam prompt. Eine Frau erklärte uns, das der Automat den QR-Code nicht überprüfen kann. Also an die Schlange anstellen. Aber der Sicherheitsabstand wurde immer eingehalten. Auf der Website von TUI Fly hieß es, wer am Schalter eincheckt muss 5€ bezahlen. Jetzt müssen alle am Schalter einchecken aber nur die, welche nicht online eingecheckt haben mussten die 5€ zahlen. Nach dem wir das Gepäck aufgegeben hatten, ging alles sehr schnell. Der Flughafen war relativ leer und so gab es keine Wartezeiten an den Kontrollen. Das Boarding ging Sitzreihe für Sitzreihe. Wir hatten Reihe 16. Wie reserviert an den Notausgängen. Nach vorne und hinten mehr Abstand und der Sitz neben uns blieb auch frei. Maskenpflicht war überall so auch während des gesamten Fluges. Der war eine halbe Stunde kürzer als gedacht und so landeten wir nach sehr kalten 2,5 Stunden auf Kos.

Flughafen München
Platz war genug aber arschkalt

Auf Kos bei 30 Grad gelandet.

Am Flughafen dann die spannendsten Minuten. Nach dem Aussteigen in die Warteschlange des Schicksals eingereiht. Es wurde der bereits erwähnte QR-Code kontrolliert. Dieser entscheidet ob man zum Test und damit in Quarantäne muss oder man seinen Urlaub von Anfang an genießen kann. Wir hatten Glück. Es wurden hauptsächlich jüngere Leute und Leute mit Kindern zum Teste auserwählt. Wir durften einreisen. Nach 15 Minuten warten hatten wir unser Gepäck und wir gingen aus den Flughafengebäude. Dort wurden wir bereits empfangen und einem Bus zugeordnet. Dieser brachte uns dann in einer halben Stunde zu unserem Hotel.

06. Oktober

Wir sind im Ort Tagiki auf der Insel Kos. In Sichtweite zum türkischen Festland. Unser Hotel das „Sunny Day‘s“ liegt am Stadtrand und circa einen Kilometer vom Beach entfernt. Es hat einen großen Pool was uns völlig reicht. Wir wollten nicht direkt am Strand oder Zentrumsnah wohnen. Da hat uns Kornelia schon was richtiges raus gesucht. Nur wenige Gehminuten vom Hotel gibt es alles was man braucht.

Im ganzen Ort ist sehr wenig los. Viele Hotels und Restaurants haben geschlossen. Die, die geöffnet haben, haben wenig Gäste. Hier muss man wirklich keine Angst haben sich mit dem doofen Virus anzustecken. Die Wahrscheinlichkeit ist in Deutschland bedeutend größer. Wir sind, ausser wenn wir im Zimmer sind, nur an der frischen Luft. Das macht bei 30 Grad auch Sinn und Spaß.

Menschenleer zur besten Ausgehzeit

Wir werden hier ein paar schöne ruhige Tage verbringen. Wer weiß, wann das wieder möglich sein wird. Dieses mal machen wir richtig Urlaub. Tagsüber am Pool, im geht nicht, da zu kalt 🥶 und abends in einer Bar, Cocktails schlürfen. 👍🍹🍻🍷

Heute war mal kein Pool-Wetter. Haben zu Fuß die nähere Umgebung erkundet.
Da vorne ist doch was
Ah, Flamingos
Nach 7 Kilometer war ein großer Teller Gyros genau richtig.

10. Oktober

Für 2 Tage haben wir ein Auto. Wir haben die Chefin vom Hotel gefragt, ob sie eins günstig organisieren kann. 70€ für 2 Tage fanden wir OK. Uns wurde ein alter Fiat Punto hingestellt. Hauptsache er fährt.

Zuerst haben wir überlegt, geführte Touren zu buchen. Wir kennen uns ja hier überhaupt nicht aus. Aber als erfahrene Traveller findet man schnell die interessanten Orte. Und das Beste passiert eh ungeplant. Die Busse von den Touren werden mit Touristen vollgestopft. Das muss nicht sein, zwar mit Maske aber ohne Abstand. Da ist uns ein eigenes Auto lieber.

Als erstes ging es nach Pyli. Das sind nur wenige Kilometer zu fahren. Ich habe gelesen, das dies ein gemütliches Bergdorf sein soll. Also den Namen auf Google Maps als Ziel eingegeben. Wir fuhren und fuhren und fragten uns, wo hier das Dorf kommen soll. Weil, wir waren plötzlich mitten im Gebirge. Da haben wir ein Schild gesehen. Das habe ich irgendwie überlesen, das es auch eine alte Ruine in den Bergen mit diesem Namen gibt. Wie sich herausstellte, war dies ein tolles Highlight unsere Rundfahrt. Hier oben sah es zum ersten mal griechisch aus. Ziegen die mit ihren Glocken durch die Berge streifen und der Ziegenhirte der für Touristen tanzt.

Der alte Punto

Anschließend sind wir zu dem richtigen Dorf Pyli gefahren. Das war wenier spannend. Die Insel Kos ist nicht sehr groß, sie ist nur ein paar Kilometer breit und circa 50 Kilometer lang. So haben wir uns entschlossen, zu den weitesten Punkt von uns aus zu fahren. Nach Kefalos. Der Ort mit dem Strand, der eigentlich Kamari Beach heißt, soll optisch gut gelegen sein. Nach circa 30 Minuten waren wir pünktlich zum Mittagessen dort. Hier gefällt es uns besser. Der Strand ist zwar steinig aber die Gesamtatmosphäre finden wir gut. Eine große Bucht von Bergen umgeben und chillige Beachbars am Strand. Hier ist es mehr auf Individualtouristen ausgerichtet. Es ist zwar alles weitläufiger, sodass man immer ein Fahrzeug benötigt. Aber es hat eine relaxte Atmosphäre.

Nach 2 Stunden am Strand, sind wir zum Auto gegangen. Die Stadt Kefalos wollen wir uns natürlich auch anschauen. Diese liegt oben auf dem Berg, mit einem fantastischen Blick über die Bucht. Es gibt hier auch eine Mühle die man besichtigen kann. Den Eintritt haben wir uns gespart.

Abends soll es noch ein Highlight geben. Von dem Bergdorf Zia aus, soll es ein spektakulären Sonnenuntergang über der Ägäis zu sehen geben. Die Sonne geht 18.45 Uhr unter. Wir waren um 17 Uhr im Dorf. Haben gedacht, ein wenig schlendern und schauen, eventuell ein Restaurant suchen mit schönen Blick. Nach einer halben Stunde waren wir durchgeschlendert und die besten Tische im Restaurant waren reserviert. Also zum Viewpoint gegangen. Noch eine Stunde bis zum Sonnenuntergang. Warten oder wieder fahren? Nun ist man schon mal hier. Wiederkommen geht nicht, da sich der Parkplatz füllt. Also die Stunde gewartet. Und was ist passiert? Nix spektakuläres. Normaler Sonnenuntergang.

Der Ort Zia selbst ist nett anzusehen. Der ist die steile Hochfahrt wert.

10. Oktober

Mit dem alten Punto geht es in die Hauptstadt der Insel, Kos Town. Die 10 Kilometer sind schnell geschafft und wir parken am Rand der Altstadt. Schönes Städtchen.

Der Kamari Beach hat es uns angetan. Der Tagiki Beach wo wir wohnen ist nicht so unser Ding. Alles auf Massentourismus ausgelegt. Also 30 km fahren. Es fährt sich auch sehr entspannt auf der Insel. Kaum Verkehr.

Kamari Beach

Nach insgesamt 3 Stunden haben wir genug Sonne getankt. Hier auf der Insel merkt man die Sonne nicht so. Es weht immer ein kühler Wind, der die Haut kühlt. So fühlt es sich kühler an als es ist und man bekommt schnell einen Sonnenbrand.

Von einem Mitarbeiter unseres Hotels haben wir noch 2 Tips für die Insel bekommen. Der erste ist ein abgelegenes Fischrestaurant. Es liegt beim Limnionas Beach. Zum Essen gehen ist es noch zu zeitig aber angucken wollen wir uns die Gegend. Sind ja nur 5 Kilometer, die sind schnell gefahren, dachten wir. Leider war Google Maps anderer Meinung. Es hat uns kreuz und quer durch Kefalos geschickt. Dadurch konnten wir aber Ecken von Kefalos sehen, die wir ohne verfahren nicht gesehen hätten.

Aber nach eine Weile sind wir dann doch an dem Fischrestaurant angekommen. Die Natur sieht auf dieser Seite der Insel wilder und schöner aus.

Zum Größenvergleich, man beachte den Pfeil, der auf den Mann zeigt

Von dort aus sind wir zu dem 2. Tip gefahren. Dem Plaka Forest. Wir haben nur verstanden, das dies ein Naturpark sein soll. Aber was wir da gesehen haben, hat uns die Sprache verschlagen.

Die Einfahrt zu dem Park sah schon mystisch aus. Ein dunkler Wald mit schief stehenden Bäumen am Wegesrand. Dann plötzlich eine Lichtung auf der sich bis zu 100 Pfaue und Katzen tummelten. Entweder nebeneinander ruhend oder durch die Gegend laufend. Manche Katzen haben sich gleich auf die angekommenen Autos gelegt oder sind den Besuchern um die Beine geschlichen.

Wie schon erwähnt, ist die Insel Kos nicht sehr groß. Damit beschränken sich auch die Sehenswürdigkeiten. Der eine oder andere würde jetzt noch ein paar Orte aufzählen können, die anzusehen wären. Wie die Thermen. Aber für uns reicht das. Die großen Kulturfans waren wir ja noch nie. Also bleiben Museen und Kirchen außen vor.

Gegen 17 Uhr haben wir das Auto abgegeben und sind später Abendessen gegangen. Dieses mal hatten wir einen schönen Sonnenuntergang, obwohl wir nicht bei diesem Insta-Spot waren.

11. Oktober

Als wir vor 7 Tagen hier gelandet sind, haben wir in der Nähe ein asiatisches Restaurant gesehen. Damals haben wir gesagt, dass wir da nie Essen würden. Heute Abend waren wir dort zum Abendessen. Wir brauchten einen anderen Geschmack im Mund. Morgens, Mittags und Abends immer nur Käse, Überbackenes oder Fleisch. Alles liegt schwer im Bauch. Als Salat gibt es nur Tomaten und Gurke. Egal in welches Restaurant wir essen gehen. Alles ähnelt sich. Ach wie lieben wir die vielseitige thailändische Küche.

12. Oktober

Wir sind wirklich keine Pauschaltouristen. Wir sind zwar dankbar, das wir noch ein paar Sonnentage genießen dürfen und Pauschal zu buchen ist unter den Umständen vielleicht das richtige aber nach 7 Tagen an einem Ort, brauchen wir ein Tapetenwechsel. So kamen wir auf die Idee, für eine Nacht in Kos Stadt zu bleiben. Zum Abendessen wollten wir heute sowieso nach Kos Stadt. Warum nicht schon Mittags dort sein und einen schönen Tag in der angenehmen Stadt zu verbringen. Die Hotelpreise sind sehr niedrig. 55 Euro für ein Zimmer mit Frühstück und Meerblick. Gedacht, getan.

Blick vom Zimmer im Triton Hotel
Lecker Mittagessen
Hier sieht es auch mal griechisch aus
Der Hafen von Kos Stadt ist Abends ein echter Hingucker.
Zum Abschluss noch ein romanisches Abendessen
Und ein schöner Spaziergang durch das nächtliche Kos

15. Oktober

Zu dem Zeitpunkt, zu dem ich diese Zeilen schreibe, sollten wir eigentlich schon am Flughafen sein und bald boarden. Kurz vor 18 Uhr sollte der Rückflug nach München sein. Die Griechen aber meinen, heute einen Generalstreik machen zu müssen. So soll morgen Vormittag unser Flug stattfinden. Eigentlich ist die Uhrzeit besser für uns, da wir nicht in der Nacht in München ankommen, sondern am Nachmittag. Das spart uns eine Nacht am Flughafen.

Wir sind auch froh wieder nach Hause zu kommen. Der Ort Tigaki ist sehr überschaubar. Auch machen viele Restaurants schon zu. Unser Hotel schließt auch dieses Wochenende. Man merkt das auch. Die meisten Liegen am Pool sind schon weggeräumt. Die Zimmer werden zwar noch gereinigt aber man merkt, dass die Saison vorbei ist. Man fühlt sich schon fast rausgeschmissen. So schön die Sonne auch war und so kalt es zuhause wird, die 10 Tage reichen uns auf der kleinen Insel. Entweder in die Tropen fliegen oder nach Hause. Leider geht nur nach Hause.

16. Oktober

Hoffentlich klappt heute alles mit dem Rückflug. Es kam jedenfalls keine neue Info von Condor wegen einer weiteren Flugverschiebung. Der Bus, der uns zum Flughafen bringen sollte, war fast pünktlich um 8.25 Uhr am Hotel. Am Flughafen war Chaos. Da gestern alle Flüge ausgefallen sind, war es sehr voll. Abstände konnten kaum eingehalten werden. Circa eine Stunde standen wir bis wir einchecken konnten. Um 10 Uhr dann durch die Sicherheitskontrolle. 10.45 sollte das Boarden beginnen. Auch der Wartesaal an den Gates war sehr voll. Unser Flug geht über Rhodos nach München. In der Maschine saßen noch die Passagiere die von München nach Rhodos fliegen. Wir hatten wieder die Sitze mit mehr Platz am Notausstieg reserviert. Der Platz neben uns war dieses mal belegt. Aber zum Glück nur für die kurze Strecke von Kos nach Rhodos. Von Rhodos nach München hatten wir wieder die Reihe für uns. Jedenfalls war der Aufenthalt in Rhodos nur kurz circa 50 Minuten vom Landen bis zum Abflug.

14.30 Uhr waren wir back in cold Germany. Warum bekommt man in jedem anderen Land der Welt schneller seine Koffer als in Deutschland. Wir werden es wohl nie erfahren. Wir sind jetzt eigentlich in ein Coronarisikogebiet eingereist. Kos war offiziell coronafrei. München gilt als Risikogebiet. Gut das wir nicht in München übernachten, sonst hätten wir noch zu Hause in Quarantäne gemusst. Die Autofahrt zurück war länger als der Flug von Rhodos nach München. Freitagsnachmittagsverkehr.

Dieses Jahr war das erste Jahr seit 2007, das wir nicht in Thailand waren. Wir hoffen, das dieses doofe Virus bald verschwindet.

Wir lesen uns wieder.